Burnout

Burnout

In den letzten 2-5 Jahren war das Thema Burnout stark in den Medien vertreten. Völlig zu Recht, denn die Erkrankungszahlen waren alarmierend. Die Statistiken der Krankenkassen zeigten in den Jahren 2004 bis 2011 fast eine zwanzigfache Steigerung der Krankheitsfehltage durch Burnout. Die letzten 2 Jahre „scheint“ die „Ausbreitung“ des Burnouts eingedämmt worden zu sein. Ich schreibe ganz bewusst „scheint“, denn schaut man genauer hin, sieht man weiterhin steigende Erkrankungszahlen bei Depressionen.

 

Burnout oder Depression?

Burnout ist eine Art Modewort für Depressionen, die durch Überlastung, Überarbeitungen entstanden sind. Mit dem (Verlegenheits)-Diagnose-Schlüssel (IDC-Code) Z73 („Probleme im Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“) versehen, fand der Burnout Eingang in die Krankheitsstatistiken. Inzwischen haben die Ärzte dazu gelernt: Alle Symptome des Burnouts überschneiden sich mit den Symptomen einer Depression. Wenn man den Burnout von der Depression noch differenzieren mag, so ist das ein gradueller Unterschied: Burnouts gelten als die „leichteren“ Depressionen. So stempeln die Ärzte den Burnout diagnostisch jetzt gleich zur Depression, mit der Folge, dass die Burnout-Statistik jetzt besser aussieht und die Erkrankungszahlen der Depressionen weiterhin ansteigen.

Ursachen_Burnout

Was ist nun Burnout?

Die Burnout-Depression ist eine Selbstentfremdung oder ein Selbstverlust, die durch Überlastung oder Dauerstress entstanden ist.

Was meint Selbstentfremdung?

Ausgebrannte oder depressive Menschen verlieren den Kontakt zu sich selbst: den Kontakt zu ihren Bedürfnissen und - ganz gravierend - auch den Kontakt zu ihren Gefühlen. Unerträgliche Gefühle der Leere und Sinnlosigkeit treten an die Stelle normaler menschlicher Emotionen, wie Freude, Glück, aber auch der negativen Gefühle wie Wut oder Frust. Dass die negativen Empfindungen wie Trauer, Enttäuschung, Schmerz nicht mehr wahrgenommen werden, kann man aber keineswegs als Vorteil sehen. Die negativen Gefühle, insbesondere Frust und Wut, haben ihre Schutzfunktionen. Sie sind „Aufwecker“ und „Stoppsignale“. Sie bringen uns dazu, uns abzugrenzen und nicht mehr „weiter wie bisher“ machen zu wollen.

 

Schlafstörung und Erschöpfung:

Diese bilden bei der Burnout-Depression ein besonders unheilvolles Paar. Wie alle psychischen Erkrankungen oder jeder psychische Stress geht auch der Burnout mit Schlafstörungen einher. Diese führen schon nach wenigen Wochen zu einer ausgeprägten Erschöpfung, die aber nicht rein körperlich zu verstehen ist. Denn die psychische oder seelische Erschöpfung bleibt auch nach Schlaftablettengebrauch bestehen. Der Unterschied zwischen einer körperlichen und seelischen Erschöpfung ist ganz einfach zu erkennen. Schickt man einen körperlich erschöpften Menschen in den Urlaub, so wird er nach wenigen Wochen erholt und gekräftigt zurückkehren. Bei einer Burnout-Depression ist höchstens nur eine leichte Besserung zu erkennen. Oft empfinden sie sogar die unkompensierte Leere im Urlaub besonders unerträglich und meist hat sich der erschöpfte Zustand kein bisschen verbessert.

 

Hilfe

Allen Betroffenen rate ich zu einer psychotherapeutischen Begleitung. Die Auszeit durch die meist längere Krankschreibung sollte unbedingt zur Selbsterforschung genutzt werden. Ohne Bewusstwerdung der eigenen Muster und kindlichen Verletzungen ist keine Heilung möglich. Psychopharmaka sind eine Hilfe, um die unerträgliche Seite der Depression abzufedern, sie verändern oder lösen aber die Burnout-Ursachen nicht.

Lies dazu unbedingt das Kapitel über die Burnout-Ursachen nach.


Burnout-Ursachen

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Die Ursachen von Burnout zu erkennen, ist schon der halbe Weg zur Lösung. Hier haben wir die wichtigsten Ursachen zusammen gestellt.

Prophylaxe bei Burnout

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Selbstfindung und Selbsterforschung

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